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Leise, sensible Personen: Was hat Hochsensibilität mit Introversion zu tun?

Was es mit dieser Personengruppe auf sich hat, welche Eigenschaften sie mitbringen und was sie tun können, um sich in ihrer Haut wohlzufühlen, erfährst du in diesem Artikel.

Treffen folgende Punkte auf dich zu?

  • Bist du schnell überfordert von zu vielen Reizen und Informationen um dich herum, sodass dir ein volles, lautes Restaurant, große Partys oder ein Raum voller Kinder bereits Kopfschmerzen bereiten?
  • Ziehst du einen ruhigen Samstagabend in trauter Zweisamkeit einem Treffen mit vielen fremden Leuten vor?
  • Gehörst du zu den vorsichtigen Menschen, die lieber auf Nummer sicher gehen und zweimal überlegen, bevor sie etwas Neues wagen, anstatt sich ins kalte Wasser zu stürzen?

Dann könnte es durchaus sein, dass du zu den Hochsensiblen oder Introvertierten dieser Welt gehörst. Beide Personengruppen sind mit einer besonderen Wahrnehmungs- und Verarbeitungsfähigkeit ausgestattet und brauchen eine ruhige Umgebung und viel Rückzug, um sich wohlzufühlen. Die Vorlieben äußern sich sehr ähnlich, haben jedoch oft andere Ursachen.

HOCHSENSIBLE haben eine erhöhte Empfänglichkeit für äußere und innere Reize. Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal verfügen über eine höhere Verarbeitungssensitivität im Vergleich zu anderen Menschen. Was für die meisten ein anstrengender, aber normaler Tag ist, kann für Hochsensible extrem kraftraubend sein.

INTROVERTIERTE schöpfen die Energie aus ihrer Innenwelt und werden daher als „in-sich-gekehrt” und leise wahrgenommen. Äußere Reize lenken sie vom Krafttanken ab und müssen noch zusätzlich verarbeitet werden. Wenn sie längere Zeit mit Menschen verbringen, brauchen sie anschließend viel Zeit für sich allein, um die Batterien wieder aufzuladen.

Die meisten Hochsensiblen sind introvertiert.

Studien der US-amerikanischen Psychologin Elaine Aron zufolge ist ein Großteil der Hochsensiblen introvertiert. Man sagt, dass sogar 70 % der Hochsensiblen introvertierte Wesenszüge in sich tragen. Im Gegensatz zu den extrovertierten Hochsensiblen schöpfen Introvertierte ihre ENERGIE aus ihrer INNENWELT. (Extrovertierte Personen hingegen ziehen ihre Energie aus dem Kontakt mit der Außenwelt und dem Austausch mit anderen Menschen).

Menschen mit einem introvertierten, hochsensiblen Wesenszug nenne ich die „leisen, sensiblen Personen“.

Selbst in Ruhephasen wird jeder Gedanke und jeder Sinneseindruck im Inneren einer leisen, sensiblen Person intensiv verarbeitet. Das Gehirn dieser Menschen ist daher im Grunde ständig beansprucht. Wenn zusätzlich Reize von außen auf sie einprasseln, kostet sie das oft viel Energie und kann schnell als überfordernd empfunden werden. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele eine tiefe Sehnsucht in sich spüren, sich zurückzuziehen um wieder für sich zu sein und Kraft zu tanken.

Introvertierte Hochsensible: Leise, sensible Eigenschaften

Ihre Antennen sind oft nach außen gerichtet

Leise, sensible Personen sind eher zurückhaltend, schweigsam, ruhig und passiv. Sie hören lieber zu oder denken konzentriert nach, als über sich selbst zu reden oder sich gar vor anderen zu präsentieren. Im Zusammensein mit anderen Menschen haben sie stets das Befinden des Anderen im Blick, hören aufmerksam zu und gehen intensiv auf den Anderen ein. Weil sie das Gesagte in der Tiefe verstehen möchten, gehen sie emotional und gedanklich stark mit, das heißt, sie fühlen und reflektieren die Situation und ihr Gegenüber. Diese Eigenschaften machen leise, sensible Personen zu sehr wertvollen Gesprächspartnern. Was jedoch auch zur Folge hat, dass ihre „Fühler“ im Grunde ständig nach außen ausgerichtet sind.

Passives Beobachten statt aktives Entscheiden

Leise, sensible Personen halten sich gern im Hintergrund, anstatt sich in den Mittelpunkt zu stellen und beobachten die Szenerie um sich herum lieber mit ein wenig Abstand. Entscheidungen überlegen sie gern ein Mal mehr, um zu vermeiden, dass sie einen Fehler begehen. Sie gehören somit eher zu den vorsichtigen und umsichtigen Mitmenschen, die Für und Wider genau abwägen.

Ihre Emotionen liegen oft im Verborgenen

In großen Gruppen zeigen sich leise, sensible Personen eher ruhig und zurückhaltend. Gefühle wie Begeisterung, Traurigkeit oder Ärger halten sie oft zurück, weil sie vermeiden wollen, dass andere Menschen auf ihre Emotionen irritiert reagieren. Zum Teil haben sie sich ein so starkes „Pokerface“ zugelegt, das andere nicht mal ahnen, was in Ihnen vorgeht.

Niemand ist zu 100 % introvertiert

Wichtig zu wissen: Niemand ist nur introvertiert. Die Persönlichkeitsmerkmale Introversion und Extroversion kannst du dir vorstellen wie zwei Seiten einer Medaille. Beide Seiten sind untrennbar miteinander verbunden und nicht allein zu finden. Auch in unserer Persönlichkeit steckt nie nur eines dieser Merkmale. Niemand ist nur introvertiert oder nur extrovertiert. Es gibt immer auch ein Gegenstück in uns. Nur sind die beiden Seiten eben unterschiedlich gewichtet, sodass oftmals einfach ein Teil überwiegt.

Lerne deine Wesensnatur zu verstehen

Fakt ist: Introversion und Hochsensibilität sind angeboren, sie lassen sich also nicht einfach „abschalten“. Um ein glückliches Leben zu führen ist es daher essenziell, dass du deine leise, sensible Wesensart verstehst und lernst, mit deinen Bedürfnissen umzugehen.

Wenn leise, sensible Personen sich wirklich wohlfühlen und langfristig gesund bleiben wollen, ist es wichtig, die sensitiven Bedürfnisse ernst zu nehmen, statt sich permanent an das Umfeld anzupassen

Viele leise, sensible Personen tun daher im Verlaufe der Zeit oft Folgendes:

  • Sie suchen sich einen eher ruhigen Wohnort.
  • Sie schaffen sich in ihrer Wohnung einen Rückzugsbereich.
  • Sie entscheiden sich bewusst für einen Job, der ihnen ein eher reizarmes Arbeitsumfeld bietet und sie nicht übermäßig stresst (Großraumbüros oder ständiger Kundenkontakt sollten daher vermieden werden).
  • Großen Menschenansammlungen gehen sie nach Möglichkeit aus dem Weg. Stattdessen zieht es sie häufig in die Natur um neue Kraft zu tanken.
  • Shoppingzeit in Einkaufszentren oder Treffen mit Freunden in lauten Restaurants oder betriebsamen Innenstädten beschränken sie auf wenige Stunden.

Nur damit wir uns richtig verstehen: Auch leise, sensible Personen brauchen weiterhin inspirierende Begegnungen mit anderen Menschen sowie anregende Erlebnisse, aber eben alles in einer bestimmten Dosierung, sodass es zu ihrem aktuellen Energielevel passt.

Kurz zusammengefasst kann man sagen:

Die Fähigkeit der introvertierten Hochsensiblen, intensiver zu spüren und zu fühlen als andere, bringt oft eine Reizüberflutung und Überforderung mit sich. Sie dürfen daher besonders darauf achten, dass sie genügend Möglichkeiten haben, um sich von den Eindrücken der Außenwelt zu erholen. Neue Energie tanken sie, indem sie Zeit mit sich allein verbringen. So füllen sie ihre Akkus auf und können wieder freier durchatmen.

PS: Speziell für introvertierte Hochsensible, die sich nicht wohlfühlen in ihrer Haut, habe ich ein Buch geschrieben: „Selbstvertrauen für leise, sensible Frauen“. Es kann vielleicht auch dir helfen, deinen hochsensiblen Wesenskern und deine einzigartigen Bedürfnisse zu entdecken, damit du das Leben führen kannst, das du dir wünschst. Das Buch erscheint demnächst, habe noch etwas Geduld.

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